Vorsitzender:

Prof. Dr. Bernhard v. Barsewisch

Pankeweg 15

16928 Gr.Pankow/Prignitz

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E-Mail: barsewischgp@t-online.de

Verantwortlichkeiten:

.Gesamtleitung des Vereins

 

Zur Person:

Datum: 23.08.2001

Berliner Zeitung
Ressort: Lokales
Autor: Martin Klesmann

Am Ende siegte das Pflichtgefühl"
Nach 1990 kehrten adelige Familien nach Brandenburg zurück - manche sind schon wieder weg
NEUHARDENBERG. Sie lebten in München oder in Düsseldorf, in Mozambique und in Portugal. Doch viele Nachfahren der märkischen Adelsgeschlechter konnten ihre alte brandenburgische Heimat, die Orte ihrer Kindheit, nicht vergessen. Nach dem Ende der DDR kamen sie wieder zurück in den Osten Deutschlands. Zurück in die Schlösser und Gutshäuser ihrer Kindheit, aus denen die kommunistischen Machthaber sie nach dem Krieg vertrieben hatten.

Augenklinik in Gutshaus

Einer dieser Rückkehrer ist der 65-jährige Bernhard von Barsewisch aus dem Familienstamm derer von Gans Edle Herren zu Putlitz. Er war Leiter einer renommierten Augenklinik in München. Mit dem Geld, das er in Bayern gemacht hatte, kaufte er 1992 das alte Gutshaus seiner Eltern in Groß Pankow in der menschenarmen Prignitz und siedelte über. "Hier hatte ich meine wunderschöne Kindheit verbracht, dorthin musste ich zurück", sagt der Augenspezialist. Mehr als vier Jahrzehnte nach seiner Vertreibung stand er wieder vor der einheimischen Bevölkerung, der 40 Jahre lang erzählt worden war, dass die adligen Schlossherren alle Ausbeuter, Kriegstreiber gewesen seien und dass es deshalb richtig gewesen sei, dass "Junkerland" durch die Bodenreform in Bauernhand zu geben.

Von Barsewisch renovierte das Haus im originalen Guthaus-Stil. "Mit Hirschgeweih und den Ahnen an der Wand sowie einer Truhe im Hausflur", sagt er. Zu DDR-Zeiten war das Gebäude zuletzt als Zweigstelle des Krankenhauses Pritzwalk genutzt worden. Der adelige Doktor installierte nun seine Münchener Augenklinik dort in der Prignitz.

"Es gab viele Vorurteile"

Heute beschäftigt von Barsewisch 45 Angestellte und der gute Ruf seiner Spezialklinik auf dem Dorf reicht von Hamburg bis nach Berlin. "Es gab manchen Neid in der Bevölkerung", sagt Barsewisch. Als ihn einmal Dorfbewohner beim Rasenmägen beobachteten, fragten sie ihn ganz verwundert, wieso das nicht einer seiner Leibeigenen mache. "Es gab viele Vorurteile", sagt der Mann im jagdgrünen Zwirn.