altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Johann Heinrich Münch

Superintendet

Sterbedatum:
21.05.1798
Ort:
Klötze
Standort:
Kirchhof
GPS:
11.157920 - 52.624638

Beschreibung:

Zustand:
Der Stein befindet sich in einem relativ guten Zustand. Die Inschrift ist jedoch wegen ihrer ungünstigen Machart und der Verwitterung des Schriftfeldes nur sehr schwer zu lesen.

Dekor:
Das Grabmahl aus Sandstein steht auf einem quaderförmigen Sockel, Der Grabstein selbst hat ebenfalls die Form eines Quaders, den am unteren Ende eine breite Hohlkehle umläuft. Auf dem Grabstein liegt eine Abdeckung in Form eines Pavillondaches. Die vier Seiten des Grabsteines sind von einer gekerbten Linie umrandet. Die Vorder- und Rückseite tragen Inschriften, die erhaben herausgearbeitet worden sind.

Inschrift Vorderseite:
JOHANN HEINRICH
MÜNSH
SUPERINTENDENT
IN CLÖTZE
WURDE GEBOHREN
ZU …ELHAUSEN
(16) JUNY 1716

… 1798





Inschrift Rückseite:
SEINER MITMENSCHEN
… ICH …ERN
WAR SEIN …SES
BE(STREB)EN

UND …
ERFORSCH(TE DIE NA?)TUR
UND HEILTE KRANKE

Anmerkung:
Theologiestudium in Göttingen und Jena, dabei auch Erwerb medizinischer und chirurgischer Kenntnisse,
1743 – 1745 Hannöverscher Feldprediger, 1745 - 1745 Pastor zu Volprihausen (zwischen Uslar und Northeim),
1754 – 1798 Superintendent in Klötze, Schriftsteller zum Thema Donnabella – Kuren, Stifter der Klötzer Kirchenorgel
Im Kirchenbuch von Klötze findet sich zu seinem Ableben folgender Eintrag: „den 21. May (1798) starb hieselbst der Witwer Herr Superintendent Johann Heinrich Münch dar er zwey Jahre lang vorher an den Folgen eines Schlagflußes auf das entpfindtlichste litt – Er stand 43 Jahr 8 Monate für als Superintendent, überhaupt aber wenn man seines vorherigen Dienstjahre als Feldprediger und als Pastor zu Wolprihausen mitrechnet 56 Jahre im Amte der Kirche …s vorzüglichste Geschenck, was er der Gemeinde … machte, ist die hiesige Orgel, die ihm über 800 rl (Taler) kostete, und zu deren Anschaffung er den verdienst mit seinem Belladonna (Tollkirsche/Heilpflanze) – Curen anwandte – Sein Alter brachte er auf 82 Jahr weniger 15 Tage – den 26. w urde er auf dem Wolfsberger = Kirchhof neben dem Wernerschen Begräbniße in ein Gewölbe gesetzt.“ Eine ausführliche Beschreibung seines Lebenslaufes, insbesondere auch zu seinen medizinischen Erfolgen mit der Verwertung der Belladonna, ist abgedruckt in: „Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottfried Jöchers allgemeinem Gelehrten – Lexiko“ 5. Bd. Heyse/Bremen 1816, S. 136f und in: Johann Georg Meusel „Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller“, Fleischer/Leipzig 1809, S. 437f

Lage:
Der Grabstein steht auf dem Kirchhof direkt auf der Südseite des Fußweges, der von Osten her zur Kirche führt. Die Vorderseite des Setines weist nach Norden.

Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2017