altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Jacob Wolf

Pastor

Sterbedatum:
00.00.1712
Ort:
Gr. Schwechten
Standort:
Kirche
GPS:
11.807614 - 52.685490

Beschreibung:
Zustand:
Die Grabplatte aus Sandstein ist vollständig erhalten. Die Oberfläche unterhalb der oberen korrodierten Haltebügel ist vom Rost verfärbt. In Bodennähe ist die Verwitterung stärker vorangeschritten, sodass die Lesbarkeit hier beeinträchtigt ist. Ein Teil der Platte ragt in den Erdboden hinein.

Dekor:
Umrandungslinie und Schrift sind gekerbt. Innerhalb des Leichentextes befindet sich eine aus Akanthusblättern und Ähren geformte Kartusche, die einen Totenkopf über einem gekreuzten Knochenpaar enthält. Auf dem Schädel steht eine Sanduhr, dahinter sind drei an beblätterten Halmen befindliche Ähren gestellt. Die Grabplatte wird von sechs kunstvoll geschmiedeten Eisenbügeln an der Wand gehalten.

Inschrift:
Aufrichtiger Leser
wiße, daß mein Gott, mich
JACOBUM WOLF,
in dieser Grufft ruhen läßet von aller meiner
Mühe und Arbeit.
Dieselbe ging an, so bald ich nur Ao̅ 1652
zu Saarmund in der MittelMarck
war gebohren worden.
Sie hat mit dem Zunehmen meiner jah
re mit zugenommen.
Ja in meinem Lehr – Ampt und Ehe – Stande
wäre sie mir fast gar zu schwer worde̅
Als Seelsorger hieselbst, und in dene̅ Filialen,
muste ich in die 28. Jahr Sorge für Seelen trage̅
O eine schwere Bürde.
Meine liebe RENNERINN und Goldbeckin
in gleicher 2 Söhne und 1 Töchterlein,
wurden mir durch den Tod frühzeitig entrißen
Ohn was sich sonst zutrug.
Und ein über 2 Jahr anhaltender schwindsüchtiger
Hüste beforderte endlich meines Lebens Ende.
Also ward durch meinen Tod Ao̅ 1712 meine liebe
ANNA DOROTHEA Fricken zur Witwe
4 Söhne, und 2 Töchter zu Waisen.
Gott lob, nun ruhet mein Leib von
seiner 60. Jahrigen Arbeit u̅d Mühe
Die Seele ist in Gottes Hand.
Du aber geliebter Leser bedencke,
daß du auch sterben must.
Leich – Text 2. Tim. I. v. 12.
Ich weiß - an welchen
ich gläube - und bin
gewiß, das - er mir
kan meine - beylage
bewahren - bis an je„
- nen Tag:

Anmerkung:
Die Grabplatte wird erwähnt in: Hossfeld / Haetge „Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen Kreis Stendal Land“, Kommissionsverlag August Hopfer in Burg 1933, S. 93.
Jacob Wolf hatte ab 1684 bis zu seinem Tod 1712 die Pfarrstelle in Gr. Schwechten inne (vgl. Czubatynski „Evangelisches Pfarrerbuch für die Altmark“, S. 333).

Abmessungen:
0,85 m × 1,47 m

Lage:
Die Grabplatte ist die östliche von drei außerhalb der Kirche an der Südwand befindlichen Denkmälern der Pastorenfamilie Wolf. Sie hängt unmittelbar östlich neben dem Südportal ca. 30 cm über dem Erdboden.

Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2017