altmarkgeschichte

Datenbank historischer Grabmalplatten





Werner Christoph Heinrich von Lindstedt

Sterbedatum:
01.03.1742
Ort:
Lindstedt
Standort:
Kirche
GPS:
52.352589 - 11.313909

An der südlichen Wand, nahe dem Turm, erhebt sich ein in neuerer Zeit(geschrieben 1866) schön renoviertes Epitaphium in bunten Farben mit reichen Goldverzierungen. Den größten Raum desselben bedekt nachstehende Inschrift,

Stehe still Leser
und betrachte diese Grufft
nicht als ein Behältnis todter Gebeine
sondern der Tugend und Frömmigkeit
nehmlich des
Weyland Hoch Wohlgebohrenen Herrn
Hrn. Werner Christoph Heinrich von Lindstedts
Sr. Königl. Maje, in Preußen Wohlbestalten Lieutenants,
Erb- und Gerichtsherrn auf Lindstedt Horst und Lothaen,
Welcher zwar den 1.Martii 1742, das Sterbliche seines
Leibes durch einen seeligen Todt abgelegt
und
den Schau-Platz dieser Welt nur 37 Jahr 8 Mo. wenig 9 Tag. betreten
demohngeachtet aber annoch lebet
nicht nur in dem Andencken seines Königes
Welcher Ihm besondere Merkmahle seiner Genade gegeben
und
in den Herzen aller die Ihn nur gekannt,
fürnehmlich aber
Seiner hochbetrübt hinterlaßenen Frau Gemahlin,
der Hoch Wohlgebohrenen Frau
Fr. Henrietten Marien von Wulfen
aus dem Hause Grabau
mit welcher Er 2 Sohne und 2 Töchter erzeuget, wovon aber die
beyden Söhne als zarte Reiser des letzten Zweiges an dem ältern
Lindstedtschem Stamm bereits durch den Todt abgebrochen waren,
sondern auch nunmehro in dem nach seinem Hintritt gebohrnen Sohne,
Werner Christoph Heinrich
welcher das Licht dieser Welt d. 11. May 1742 erblicket
und Gott zu einem neuen Stamme seines Geschlchts machen wolle.
Lerne also mein Leser von Ihm
die beyden Grundsätze der Gottesfurch und Weltlichen Klugheit,
Fürchte Gott und Ehre den König
So wirst Du wie Er, nicht sterben,
sondern ein unsterbliches Leben erlangen.

Oben darüber schwebt auf strahlenden Wolken eine sternenbekränzte Siegesgöttin, mit der Rechten einen Lorbeerkranz, mit der Linken das v. Lindstedtsche Wappen haltend. (Schild, drei gelbe Widerhaken in Roth, Helm, sieben rote Straußenfedern, die mittlere mit einem gelben Wiederhaken belegt.)
Zu beiden Seiten der Inschrift sind je 8 Wappen mit Unterschriften angebracht, links die der acht Ahnen des Verstrorbenen, rechts wie es scheint die seiner Gattin.
Links (von oben nach unten gezählt.)
1. D.v. Lindstedt. (Wie oben.), 2. D. v. Göhren (Görne - rot -weiße Helmdecken.) 3. D. Kläden. (Eisenfarbige Beile mit braunen Stielen in Roth, dieselben auf dem Helm zwischen zwei von Rot und weiß quadrierten Büffelhörnern.), 4. D. v. Rundstedt., 5. D. v. Uechteritz. (Die Schlüssel eisenfarbig.) D. v. Krusemark. (Gelber Leuchter in Weiß, der Schwan mit einem roten Ring um den Hals. Helmdecken weiß und schwarz.) D. v. Möllendorf. (Helm, zwei von Weiß und Rot quadrierten Büffelhörnern.) D. v. Jagow. (Der Dachs wie ein Pudel auf den Hinterfüßen sitzend.)
Rechts
D. v. Wulffen. (In Rot der Wolf über grünem Boden springend. Die Helmzier ist abgebrochen, Heldeckeb gelb und rot,) D. v. Plotho. (Die Lilien blau, die Mohren rot gekleidet in Blau.) D. v. Thümen. (Der Schild blau, das Gitter gelb, die Rose rot. Die Helmzier fehlt, die Decken gelb und blau.), D. v. Arnimb. (Die Büffelhörner sind mit drei weißen Balken belegt.) D. v. Katte. (In Weiß eine graue springende Katze über grünem Boden. Helmdecken gelb und blau.) D. v. Thümen. (Wie oben.) D. v. Schlabberndorf. (In Gelb zwei schwarze Schrägbalken.) D. v. Pfuhl. (Weißes Feld)
Darunter sind verschiedene Armaturstücke befindlich, als Fahnen, Flinten, Lanzen, Pauken u.s.w..

An derselben Wand hingen früher 6 Blechtafeln mit gemalten Wappen. Diese befinden sich heute im Gemeindehaus.
Entnommen Hildebrandt, Verzeichnis der altm. Grabm. 1866.