altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Ludolf (IX.) von Alvensleben

Sterbedatum:
28.01.1562
Ort:
Kalbe (Milde)
Standort:
Kirche St. Nicolai
GPS:
11.389446 - 52.650456

Beschreibung:
Grabdenkmal für Ludolf (IX.) von Alvensleben . Ludolf v. Alvensleben, geb. 1510, gest. 28.1.1562.
Er war zweimal verheiratet, I. mit Gödel von Bülow (+1555), II. mit Maria von Veltheim (+1575), er ist auf dem Denkmal als Ritter dargestellt, den Helm mit Helmbusch zu Füßen. Der Aufsatz zeigt den auferstandenen Heiland mit der Siegesfahne, zu seinen Füßen rechts die durch eine üppige Frauengestalt verkörperte nackte Sünde, gefesselt an ihren 3 klauigen Füßen, zu seinen Füßen links den inskelettartiger Gestalt dargestellten Tod, dessen Füße gleichfalls durch Ketten gefesselt sind.
Der Aufsatz trägt die Inschrift:
ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN; WER AN MICH GLAUBT; DER WIRD LEBEN; OB ER GLEICH STÜRBE (Joh.11)
Der untere Teil des Denkmals trägt folgende Inschrift:
ANNO DOMINI 1562. 28.JAN. DIE ET HORA QUO ANTE BIENNIUM SECUN DAS SUAS CELEBRAVIT NUPTIAS FIDE ET INVOCATIONE DIE EX HAC VITA DEGESSIT STRENUUS AC VERE NOBILIS LUDOLPHUS DE ALVENSLEBEN, PRAEFECTUS SOLTWEDELENSIS, VIR MAGNAE AUTORITATIS, PRINCIPIBUS ET ANICIS CHARUS; DE ECCLESIA ET REPUBLICA OPTIME MERITUS, SUMO SUI APUD OES (=omnes) DESIDERIO RELICTO. A. (=Anno) AETATIS 52
Im Jahre des Herrn 1562, 28 Jan. zu Tag und Stunde, in welcher er vor 2 Jahren seine zweite Ehe schließ, ist der tatkräftige und wahrhaft edle Ludolf v. Alvensleben im Glauben und unter Anrufung Gottes aus diesem Leben geschieden, Präfekt (Hauptmann zu Salzwedel) aus Salzwedel, ein Mann von großer Autorität, von Fürsten und Freunden geliebt, um Kirche und Staat außerordentlich verdient, im höchsten Grade bei Allen Sehnsucht nach ihm hinterlassend.
Im 52. Lebensjahr."

Anmerkung von Dr. Bernd-W. Linnemeier:
Das Kalbenser Epitaph Ludolfs IX. scheint mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dem Oevre des in der Forschung nicht ganz unbekannten Braunschweiger Bildhauers Jürgen Spinnrad zuzurechnen zu sein. Es wäre nach derzeitigem Kenntnisstand das zweite in einer 1553 einsetzenden Reihe von Epitaphen überaus ähnlichen Zuschnitts, beginnend mit dem Grabmal für Matthias v. Veltheim (gest. 1553) im Halberstädter Dom, gefolgt von dem hier beschriebenen Stück, dann dem Epitaph für Georg v. Veltheim (gest. 1568) in Arendsee, gefolgt von den beiden Epitaphen für Lippold v. Rössing (gest. 1568) in Osterwieck und Dietrich v. Quitzow (gest. 1569) in Rühstädt; die letzten drei wohl unmittelbar nach 1568 bzw. 1569 entstanden. Die Altmark hätte mit den Stücken aus Arendsee und Kalbe insgesamt zwei Spinnrad’sche Schöpfungen gleichen Zuschnitts vorzuweisen.

Lage des Grabsteines:
An der Nordwand des Altarraumes

Foto:
2009, Henning Krüger, Kalbe (Milde)