altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Hippolyta Grote

von Bülow

Sterbedatum:
00.08.1599
Ort:
Oebisfelde
Standort:
Stadtkirche St. Katharinen
GPS:
10.989535 - 52.434867

Beschreibung:
Die ganz entsprechend dem Grabmal des Bruders gearbeitete und gut erhaltene Grabplatte zeigt die Verstorbene in fein profilierter Rundbogennische im Hochrelief ganzfigurig in strenger Frontalansicht. Sie trägt die schlichte, auf jede Art von Schmuck verzichtende Kleidung einer adeligen Witwe, wie sie in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts üblich war.
Umlaufende Inschrift: "ANNO. 1599. AM. [...] AVGUSTI. IST DIE. EDLE VUND VIELTVGENTREICHE HYPOLITA VON BVLAW. DES [...] EHRENFESTEN. HENRICH. GROTEN. SELIGEN. HINTERLASSENE WIT. WE SELIGLICH. ENTSCHLAFEN"
In den vier Ecken folgende Ahnenwappen als Vollwappen in vollendeten Formen der Renaissance: Oben links (väterlicherseits): Bülow, unten links: Bodendieck; oben rechts (mütterlicherseits): Marenholtz, unten rechts: Bodendorf.
Hippolyta v. Bülow war nach Ausweis ihrer Ahnenwappen eine Tochter des Vicke v. B. und der Margaretha v. Marenholtz; sie findet in keiner der einschlägigen familiengeschichtlichen Arbeiten Erwähnung. Als ihr Ehemann ist lt. Grabinschrift Henrich (Henning) Grote aus dem gleichnamigen lüneburgischen Geschlecht ausgewiesen. Dieser wurde bereits in der blutigen Schlacht von Sievershausen am 9. Juli 1553 so schwer verwundet, dass er drei Tage später starb. Er fand sein Grab in Celle. Am 27. Januar 1553 hatten die beiden Brüder Jacob und Henning Grote, Söhne des Thomas Grote, Erbteilung gehalten, wobei eine künftige Heirat Hennings angesprochen wurde, ohne jedoch die Braut namentlich zu nennen (Emmo Frhr. Grote (Hrg.), Geschichte des gräflichen und freiherrlichen Grote’schen Geschlechts (…), Hannover 1891, S. 62-65). Die Eheschließung muss demnach zwischen Februar und Juli 1553 erfolgt sein. Nachkommen sind aus dieser kurzen Verbindung nicht hervorgegangen. Hippolyta lebte später offenkundig im Oebisfelder Hause ihres unverheirateten Bruders Hans, wo sie auch – wenige Monate vor diesem – verstarb.

Lage:
Grabplatte, Sandstein, in der nördlichen Innenwand des Kirchenschiffs links neben dem Grabmal ihres Bruders Hans relativ hoch wandbündig vermauert.

Foto:
Bernd-W. Linnemeier, Juni 2016