altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Lucia von der Schulenburg

Sterbedatum:
00.00.0000
Ort:
Apenburg
Standort:
Kirche St. Johannis
GPS:
11.121043 - 52.423291

Beschreibung:
Die Verstorbene ist - in völliger Entsprechung zur links neben ihr angebrachten Grabplatte der Schwester Margareta - vor einer flachen architektonischen Nische mit äußerem Schulter- und innerem Kleeblattbogen in strenger Frontalansicht wiedergegeben; sie legt ihre Hände im Gebetsgestus zusammen. Ihre ansonsten schlichte Gewandung wird durch die große Halskrause dominiert.

Umlaufende Inschrift: "DIE EDLE VND EHRNVIELTVGENTR[REICHE] IVNGKFER LVCIA V[ON] D[ER] SCHVL[E]NB[URG] / CVRTS Z[U] APENB[URG] ERBSESSEN HINTERL[ASSENE] TOCHTER / IHRES ALTERS 63 IHAR IST A[NN]O 16[...] DEN [...] [...] SEL[IG] ENTSCHLAFEN VND DEN [...] IVN[I] BEGRAB[EN] / D[ER] SELN G[OTT] G[NÄDIG] [SEI]" (die 1868 noch lesbaren, heute ausgelöschten Passagen kursiv).

Inschrift des inneren Nischenbogens sowie oberhalb desselben: "IN D[ER] OFF[ENBARUNG] IOHAN[NIS] AM 14 [KAPITEL]: SELIG SEIN DIE THOTEN // DIE IM HERN STERBEN"
In den vier Ecken folgende Ahnenwappen als Vollwappen: Oben links (väterlicherseits): Schulenburg ("D.V.D.SCHVLENB."), unten links: Spiegel ("D.V.SPIEGL" mit fehlerhafter Wiedergabe des Wappenbildes); oben rechts (mütterlicherseits): Knesebeck ("D.V.KNESEB." - Weiße Linie), unten rechts: Knesebeck ("D.V.KNESEB." - dito).
Lucia v. der Schulenburg war eine Tochter des Curd v. der Schulenburg auf Beetzendorf und Apenburg vom Schwarzen Stamm des Geschlechts (urk. 1518-1555) und der NN v. dem Knesebeck. Sie lebte zusammen mit ihrer Schwester im Haushalt ihres unverehelichten Bruders Dietrich IX.in Apenburg, mit dem die Linie Apenburg des Schwarzen Stammes 1582 erlosch. Der Bruder verschrieb ihr und ihrer Schwester Margareta1582 das Wohnrecht in seinem Hause in Apenburg sowie ihren Lebensunterhalt aus seinen Gütern.

Lage:
Grabplatte, Sandstein, in der Nordwand des Kirchensaals oberhalb des früheren Patronatsgestühls als drittes und letztes Stück (von links) vermauert. Sie lag noch um 1868 im Boden des Altarraums nahe der Taufe und zeigt in ihrem ohnehin flachen Relief deutliche Abtretungsspuren.

Literaturquellen:
Zur Person: Johann Friedrich Danneil, Das Geschlecht von der Schulenburg, Bd. 2, Salzwedel 1847, S. 92-93; Georg Schmidt, Das Geschlecht von der Schulenburg, Teil II, Beetzendorf 1899, S. 228. Zum Objekt: Adolf Matthias Hildebrandt, Die Grabsteine und Epitaphien adeliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark [...], Gardelegen 1868, S. 33 (mit kleinen Lesefehlern).

Foto:
Helge Hildebrand, August 2014