altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Adrian Lüdecke

Sohn des Brauers

Sterbedatum:
10.10.1682
Konfession:
evangelisch
Ort:
Stendal, St. Jacobi
Standort:
Jacobikirche
GPS:
11.858360 - 52.608550

Beschreibung
Zustand
:
Die Seitenräder der Sandsteinplatten wurden abgeschlagen. Insbesondere im oberen Bereich zeigt die Oberfläche des Grabstein starke Abnutzungsspuren.

Gestaltung:
Die Platte besitzt eine gekerbte Umrandungslinie. Die vertiefte Inschrift wird durch eine ebenfalls gekerbte, vertikale Linie in zwei Abschnitte unterteilt. Unter jedem Abschnitt befindet sich ein vertieftes Zierelement.

Inschrift
oben
:
ALLHIER RUHEN IN GOTT U(ND)
(ER)WARTEN DER (FR)ÖLICHEN AVFERST(E)
(V)NG WEILANDT DIE EHRBARE U. VI(EL)
(TV)GENTSAME J. ELISABETH LÜDKE

links:
… GEBOHREN ANNO
(166)9. D. 6. DECEMBER
(UN)D IST A̅O̅. 1682. D. 19.
(OC)TOBER DURCH DIE
(PE)STE HINGERAF„
(FE)T WORDEN IHRES
(AL)TERS 13. JAHR WE„
(NI)GER 2. MONAT. DIE„
… SEELEN GOTT GNÄ„
(DIC)H SEY.

rechts:
UND
DER EHRBARE JÜ(NG)
LING ADRIAN LÜ(D)
KE
IST GEBOHREN
1672. DEN 22. JANVA(R)
UND IST ANNO 168(2)
DEN 10. OCTOBER DV(RCH)
DIE PESTE HINGERA(F)
FET WORDEN SEIN(ES)
ALTERS 10. JAHR UN(D)
8. MONAT.

Anmerkung:
Der Grabstein wird erwähnt in „Die Kunstdenkmale der Stadt Stendal“, Mitteldeutscher Verlag 2000, Textteil, S. 286. Demnach hat er die Abmessungen 1,30 m × 0,88 m.
Der Brauer und spätere Kirchenvorsteher Simon Lüdike (~ 27. Februar 1643 † 17. August 1680) verheiratete sich 1666 in der Jacobikirche: „Simen Lüdeke L. L. Studiosus, undt J Anna, H. Joachim Qvierlingß sehl weiland Rathscämmerers alhie, eheleibliche tochter 20 Novembr. im gildehause.“ Aus dieser Ehe gingen die Kinder:
1) Elisabeth Lüdike ~ 6. Dezember 1669 † 10. Oktober 1682,
2) Adrianus Lüdike ~ 22. Januar 1672 † 10. Oktober 1682,
3) Joachim Lüdike ~ 12. Juli 1674 † 1. Juni 1676,
4) Anna Lüdike ~ 16. März 1677 † 19. Oktober 1682,
5) Maria Lüdike ~ 13. November 1679 † Oktober 1682, hervor.
Bei der Taufe 1674 wird der Kindsvater als „des Brauers in dem alten Dorffe vnd Vorstehers dieser Kirchen“ bezeichnet. Bei den Töchtern Anna und Maria sind die auf deren Grabsteinen genannten Geburtsdaten nicht kompatibel zu den im Taufregister dokumentierten Daten. Wegen einer Kirchenbuchlücke in den Sterberegistern sind zu den weiteren Sterbeumständen der Kinder keine Recherchen möglich.
Nach dem Ableben Simon Lüdikes wurde dessen Witwe Anna Quierling am 29. Juni 1681 in einer weiteren Ehe mit dem Bürger und Bierbrauer Martin Rost verheiratet. Dieser war ein Sohn des Bürgermeisters Augustin Rost. Die Eheschließung fand „in vorgemelten Hl B. Rostens hause“ statt. Folgende Kinder brachten diese Eheleute zur Taufe:
1) Dorothea Rost ~ 3. April 1682 † 14. Dezember 1688,
2) Anna Rost ~ 4. Dezember 1684,
3) Elisabeth Rost ~ 24. März 1687.

Lage:
Der Grabstein liegt im Fußboden des hohen Chores (24. Platten-Reihe von Westen - das ist die letzte Plattenreihe vor der Stufe zum Altarraum).

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2024