Beschreibung
Zustand:
Das in Sandstein gearbeitete zweiteilige Epitaph befindet sich trotz ihrer der Witterung ausgesetzten Oberfläche in einem recht guten Zustand, obwohl die linke Hälfte in zwei und die andere Hälfte in drei Teile zerbrochen sind. Zwei kleine fehlende Bruchstücke wurden mit Mörtel ergänzt. Der damit verbundene Schriftverlust ist irrelevant. Die Sterbedaten von zwei auf der Grabplatte genannten Söhnen (Christian Friedrich, Adam Adolf) sind nach deren Ableben nicht nachgetragen worden.
Gestaltung:
Das querrechteckige Grabmal schließt nach oben mit einem Gesims ab, auf dem sich eine aus Akanthusblattwerk gestaltete Bekrönung befindet, in deren Mitte zwei Putten zu sehen sind, die das Wappen derer von Jeetze (Adlerklaue im Schild, drei zusammengestellte Fahnen auf dem Helm) halten. Die Unter-Ecken sind mit Rosen dekoriert. Das Grabmal trägt eine vertiefte Inschrift, die durch verschlungene, gekerbte Linien in Abschnitte unterteilt wird. Eine Akanthusblatt-Girlande, begleitet von zwei erhabenen Rahmen betont die Ränder an den linken, unteren und rechten Seiten.
Inschrift
oben:
Diesen Grabstein hat zum Andenken alhier vor Seinen Gewölbe setzen lassen Anno 1709
Der Wolgebohrne Herr Christian Otto von Jeetze Erb„Gerichts Herr und Patron auff Jeetze, Beüste
Poritz, Smoor, und Dölnitz, ist gebohren A. 1655. d. 10. Novemb. gestorben A. 1716 d. 16 Jan: ·
Deßen Eheliebste die Wolgebohrne Fraw Anna Maria von Gähren aus dem Hause Niedergähren
Ist gebohren A. 1657. gestorben A. 1721 d. 5 Febr:
Diese haben beyde in Ihrem Ehestande gezeuget Sechs Söhne:
1 Samuel Christoff. ist gebohren A. 1677 d. 21 Febr. Ist der älteste Leutenant bey des Marggraff Philippen Regiment
zu Fuß gewesen gestorben in Italien in harten Treffen bey Calcinato. A. 1706.
2 Christian Friderich. ist gebohren A. 1679. d. 15. Jun. [Sterbedatum nicht nachgetragen]
3 Adam Adolff. ist gebohren A. 1682. d. 21. Febr. [Sterbedatum nicht nachgetragen]
4 Curdt Gottfried. ist gebohren A. 1684. d. 15. Oct. Nachdem Er von Jugend auff studiret, und auff der Universität zu
Halle gewesen, hat Ihn Ihre Hoheit der Cron Printz zum Fenderich bey dero Regiment zu Fuß gesetzet, ist A. 1709
d. 11. Sept. in dem blutigen Treffen bey Longueville in der rechten Schulter geschossen, davon Er d. 18. Sept. gestorben und begraben
5 Hans Jürgen. ist gebohren A. 1686. D. 26. Decemb. (wa)r Sergiante unter Marggraff Philippi Regiment ist A. 1705
d. 3. Sept. an der rohten Ruhr gestorben auch in Italie(n)
6 Johann Heinrich, ist gebohren A. 1689. d. 14. Sept. gestorben Anno 1732 d. 24. Nov.
HODIE MIHI. CRAS TIBI BREVI MORIERIS. MEMENTO MORI. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Philp. 1. 21
unten links:
DES H. BESTES Denckmaal
Seelig sind die Todten, die in dem Herrn sterben
von nun an. Ja der Geist spricht, daß sie ruhen von
ihrer Arbeit, denn ihre Werck folgen ihnen nach. Apoc. XIV. 13.
Komt her zu dieser Seelen Freud,
Komz bald ihr meine lieben.
Hie ist die rechte Seeligkeit.
Hier ist gantz kein betrüben.
Was ist es dass ihr weinet so
Und ich doch bin von Hertzen froh!
unten rechts:
Jesus Trost
Ich bin die Aufferstehung und das Leben
wer an mich glaubet der wird leben, ob er
gleich stürbe, und wer da lebet, und
glaubet an mich der wird nimmer
mehr sterben Joh. XI. 25. 26.
Nun gute Nacht ich gehe fort
An meinen Theil der Erden.
Und ruhe biß die Himmels Pfort
mir wird eröffnet werden,
Da werden wir wenn wir nun stehn
Vor Gottes Trohn uns wiedersehn.
Anmerkungen:
Eine Beschreibung des Grabmals und dessen ursprünglichen Standortes erfolgte bei Hildebrand: „Die Grabsteine und Epitaphien adliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark“, Gardelegen 1868, S. 44f: „Pfarrkirche zu Jeetze. 1. Auf dem Kirchhofe, am Gewölbe links von der Apsis des Gotteshauses, ist eine große aus zwei Platten zusammengesetzte Steintafel aufgerichtet, welche nachstehende Inschrift trägt: (…).“
An der Außenseite der Südwand des Chores ist der ehemalige Standort des Grabmales am vermauerten Zugang zur Familiengruft noch deutlich erkennbar. Der gewölbte Zugang ist deckungsgleich zu der Öffnung in der Grabplatte. Wann nach 1868 die Umsetzung an den heutigen Standort, bei der vermutlich die Plattenteile zerbrochen sind, erfolgte, ist nicht recherchiert worden.
Zu den verstorbenen Personen konnten aus dem Kirchenbuch von Jeetze und bei August Walter „Genealogische Geschichte des Geschlechts von Jeetze“, E. Baensch Magdeburg 1860, folgende Informationen zusammengetragen werden:
1) Zum Ableben des Christian Otto von Jeetze wurde 1716 im Kirchenbuch dokumentiert: „+ den 16 Januarii in der Nacht ist der Tit: Hl: Christian Otto v. Jeetz plötzlich und unvermuthet, nachdem er in vorigen Jahre vom Schlage gerühret worden, gestorben, und d 22. Darauff des Abends beygesetzet worden. Es wurde eine Parentation im Hauße, und eine Sermon in der Kirchen gehalten.“ Die Taufe Christian Ottos, Sohn des Samuel Gabriel von Jeetze und dessen Ehefrau Hippolyta von Bertkows, fand am 21. November 1655 in Jeetze statt. Namensgebender Pater war der Großvater Christian Otto von Voß."
Lebenslauf bei Walter auf S. 91f: „218. Christian Otto, Bruder der Vorherigen. Zu Jeetze 10. November 1655 geboren, kauft er 21. August 1678 schon einen Ackerhof in Döllnitz für 140 Thlr. und erhält außerdem 1680 den Schulzenhof von seinem Vater cediert, wo er bis 1691 wohnte. Am 17. Februar 1691 erloost er aus seines Vaters Nachlasse ebenfalls auf 1186 Thlr. veranschlagte Prästationen in Jeetze, außerdem aber den Rittersitz daselbst mit allen Gebäuden, Gärten u. s. w. Dagegen verkauft er noch in demselben Jahre den Schulzenhof in Döllnitz an seinen Untertanen Joachim Henne. 1694 und 1698 mit seinem Bruder genannt empfängt er 2 März 1700 das Reluitionsrecht auf das „große Gut“ in Jeetze, das Dietrich Daniel (168) eingelöst hat und macht dasselbe gegen dessen Bruder Esaias geltend, so daß dieser damit nicht belehnt werden kann., und ihm deßhalb dies seit der Zeit seines Urgroßvaters Daniel (85) der Familie entfremdete Gut für 4500 Thlr. zurück verkauft. Christian Otto vereinigt somit den ursprünglichen Besitz in Jeetze fast ganz in seiner Hand. Such erbittet er für den Fall, daß die Nebenlinie in Jeetze aussterben würde, 29. Juni 1705 den Anfall von deren Gut in Büste, worüber er schon 1702 mit seinem Bruder die Mitbelehnung erhalten hatte und erhält die Zusicherung darauf unter der Bedingung, daß er eintretenden Falles dafür 500 Thaler an das Berliner Waisenhaus zahlen wolle. Am 3. November 1706 mit Büste, Grassau u. s. w. zur gesammten Hand belehnt, wird er nach Daniel Christophs (198) am 2. Mai 1709 erfolgten Tode am 28. Juni d. J. in den Besitz des obigen Gütchens zu Büste gesetzt. Außerdem verpfändet er 18. Dezember 1705 neun Thlr. Dienstgeld und 16 Sch. Pächte nebst einer kleinen Landfuhre in Pretzier an Helene und Anna Geschwister v. d. Schulenburg zu Apenburg für 314 Thlr. auf 12 Jahre. Er starb zu Jeetze 16. Januar 1716 an Schlagfluß, seine Wittwe Anna Maria v. Görne aus dem hause Niedergöhren (geb. 1657, vermählt 1675 T. Christophs v. Görne und der Ursula Dorothea v. Retzdorff) ebenda 5. Februar 1721. Sein Nachlaß ward auf 8432 Thlr. 9 gr. 6 Pf. Abgeschätzt, während der seines Vaters kaum auf 3000 Thlr. berechnet werden konnte: ein Beweis des gewachsenen Wohlstandes.“
2) Zu Anna Maria von Jeetze steht im Kirchenbuch zu lesen: „Anno 1721 + den 5ten Februarii ist die Frau Anna Maria v. Jeetzen, gebohrne von Göhren, des Seel. Hl. Christian Otto von Jeetzen hinterlaßenen Frau Wittwe im Herrn entschlaffen, und den 10den ejusd. des abends in das Adel. Gewölbe gebracht worden, dabey eine Parentation gehalten worden.“
3) Zum Sterbefall des Samuel Christoph von Jeetze erfolgte kein Kirchenbucheintrag.
Lebenslauf bei Walter, S. 107: „(219) Samuel Christoph, Sohn Christian Otto’s. (182) Am 21. Februar 1677 zu Jeetze geboren, ist als der älteste Lieutenant im Regiment Markgraf Friedrich Wilhelm 1706 bei Calcinato in Italien gefallen. (…) 1708 berichtet sein Vater in den Lehnsakten, daß seine fünf ältesten Söhne im Militär dienten, zwei derselben aber bei Höchstädt, 13. August 1704, „zu Nichte“ geschossen worden. Wahrscheinlich war Samuel Christoph der eine von denselben.“
4) Zu Christian Friedrich von Jeetze existiert im Kirchenbuch ebenfalls kein Sterbeeintrag.
Lebenslauf bei Walter, S. 107f: „220. Christian Friedrich, Bruder des Vorigen. Am 15. Januar 1679 in Döllnitz geboren, stand er Lieutenant zuerst in Preußischen, dann in churpfälzischen Diensten und lebte mit seinem Vater in sehr traurigen Zwiespalt, der sich noch mehrte, als er sich gegen dessen Willen 19. Juli 1712 mit der Wittwe Daniel Christophs (198) Anna Sophie v. Meseberg verheirathete. Er erbte nach seines Vaters Tode 1716 das Stammgut zu Jeetze und einen Hof in Döllnitz, zusammen auf 2811 Thlr. geschätzt. Laut Receß vom 14. Juni 1732 darf er 500 Thlr. Abfindungsgelder seiner Stieftochter Maria Hedwig (242) gegen 5 % Zinsen an sich behalten. Am 10. März 1736 klagt der Oberst Joachim Christoph (185) gegen ihn auf Zurückgabe einzelner Pächte, die angeblich aus der Georgschen Verpfändung noch stammen sollten (63), wogegen er aber nachweist, daß er dieselebn schon von seinen Vorältern überkommen habe, worauf Joachim Christoph freiwillig nachgab. Dagegen verlor er mit seinen Brüdern Adam Adolph und Johann Heinrich einen Proceß gegen Adam Friedrich (212) wegen des halben Reluitionsrechts auf das von seinem Vater zurückgekauft Gut in Jeetze, und müssen sie jenem im Vergleich 1500 Thlr. auszahlen. Nach langem Leiden starb Christian Friedrich’s Gemahlin 27. Mai 1731. Er vermählte sich darauf mit Susanna Elisabeth v. Rossow und starb, ebenfalls nach lange Leiden, 4. Januar 1737. Seine Wttwe heirathete darnach den Kammerherrn de la Chevallerie.“
5) Kein Kirchenbucheintrag zu Adam Adolf von Jeetze im Sterberegister.
Lebenslauf bei Walter, S. 108f: „221. Adam Adolph, Bruder der Vorigen. Am 21. Februar 1682 in Döllnitz geboren, tritt er 1700 in Militärdienste, wird 28. März 1710 Premierlieutenant beim Infanterie=Regiment v. Löben und ist 1. September 1716 Capitain. Er erhält nach seines Vaters Tode 1716 das ebenfalls auf 2811 Thlr. abgeschätzte Gut zu Büste, das sein Vater aus Daniel Christophs Erbschaft an sich gebracht, nebst einen Antheil in Schmoor. Am 23. April 1716 heirathete er die Wittwe des Esaias v. J. (171), Hyppolyta Elisabeth v. Blücher, (s. 162) und erhält vom Könige Friedrich Wilhelm, in dessen Regiment er früher gedient, die Belehnung mit noch einem kleinen von Esaias in Büste erkauften Besitzthum, hat jedoch darüber bis 1738 mit dem Oberst Erdmann Christoph (173) und dessen Erben einen Prozeß zu führen. Er war 1723 Capitain beim Rgmt. v. Schwerin in Treuenbrietzen, nahm 1725 den Abschied und zog nun nach Büste, wo er 1739 das Gut ganz neu aufgebauet hat. Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin, die kinderlos 9. Januar 1731 starb, heitrathete er Anna Friederike Sophie v. Schenck aus dem Hause Lemsel, (geb. 1686, gestorben 16. November 1758), von der er aber auch keine Kinder erhielt. Adam Adolph verkaufte zuletzt noch das eine Gut in Büste an den Generalieutenant Adam Friedrich (212) auf Poritz und starb zu Büste 18. Oktober 1743."
6) Sterbeeintrag im Kirchenbuch zu Conrad Gottfried von Jeetze aus dem Jahr 1709: „den 11. Sept. ist der wolgeb. Herr Curt Gottfried von Jeetze in der großen Schlacht unweit Mons gefahrlich blaßiret in der R. Schulter da die Kugel bestecken geblieben v. gesuncken in den fahlen laib, daran Er am 18. 7br. Seinen geist auffgegeben nach dem Er zuvor alles wol bestellet, v. sich im glauben an Jesum Christum mit Reue v. leid s. Sünden dem him̅lischen Vater ergeben, ist hernach fein beerdiget.“
Lebenslauf bei Walter, S. 109: „222. Curt Gottfried, Bruder der Vorigen. Am 15. Oktober 1684 in Döllnitz geboren, studirte er 1704 auf der Universität Halle, wurde dann aber Fähnrich im Regiment Kronprinz v. Preußen. Schon am 18. November 1708 bei der Belagerung von Ryssel durch eine auffliegende Mine am linken Arm, Rücken und Brust gefährlich verwundet, erhielt er am 11. September 1709 bei Longueville einen Schuß in die rechte Schulter und starb, weil die Kugel sich nach innen gesenkt hatte, schon am 18. September d. J.“
7) Hans Jürgen von Jeetzes Sterbeeintrag im Kirchenbuch 1705: „+ d 3. 7br. Juncker Hans Jürgen v. Jeetze in Italien gestorben.“
Lebenslauf verfasst von Walter, S. 109: „223. Hans Georg, Bruder der Vorigen. Am 26. September 1686 in Döllnitz geboren war er Sergeant in Markgraf Philipp Wilhelms Regiment und starb 3. September 1705 an der rothen Ruhr in Italien.“
8) Zu Johann Heinrich von Jeetze findet sich 1732 folgender Eintrag im Sterberegister: „XIX.) den 24. 9bl ist der hochwolgebohrne Hl Hauptman̅ Johan = Heinrich von Jeetze gählings(?) an einem Schlagfluß vormittage 11. Uhr gestorben, und den 28. Ejusdem cum parentatione beerdiget worden, worauff ihm nach verfloßenen 10. Wochen am 1. Febr: erat Dom: Septuages: annoch zu laßen Ehren die Gedächtnüs – Predigtgehalten worden ex ψ. 25. v. 15. 16. 17. 18. Welchen Text er mit eigener Hand unterzeichnet.“
Lebenslauf abgedruckt bei Walter, S. 109: „224. Johann Heinrich, Bruder der Vorigen. Am 14. September 1689 in Döllnitz geboren, 1708 auf der Universität Halle, ist er 15. März 1712 Wachtmeister und schon vor dem 18. Oktober 1719 mit Sophie von Arnstedt vermählt Zuletzt war er Hauptmann in sächsisch=polnischen Diensten. Aus der väterlichen Erbschaft erhielt er 1716 das sogenannte Wassergut in Jeetze, das gleich den Erbtheilen seiner Brüder auf 2811 Thlr. abgeschätzt war, wohnte und starb dort 24. November 1732. Von seiner Gemahlin hatte er keine Kinder. Sie starb 68 Jahre alt im Jahre 1759.“
Die Taufen der genannten Söhne sind nicht im Kirchenbuch von Döllnitz (Überlieferung ab 1679) erfasst worden, fanden also andernorts statt.
Abmessungen:
Textfeld (H/B): 2,25 m × 2,90 m
Höhe Bekrönung: 0,58 m
Öffnung: 0,85 m × 0,85 m
Abstand zwischen linkem Plattenrand und rechtem Rand der Öffnung: 1,30 m
Lage:
Das Epitaph liegt auf einem aus Feldsteinen pultartige gemauerten Sockel an der Ostseite des Weges vom Kirchhofsportal zum zugemauerten Nordportal der Kirche.
Zustand:
Das in Sandstein gearbeitete zweiteilige Epitaph befindet sich trotz ihrer der Witterung ausgesetzten Oberfläche in einem recht guten Zustand, obwohl die linke Hälfte in zwei und die andere Hälfte in drei Teile zerbrochen sind. Zwei kleine fehlende Bruchstücke wurden mit Mörtel ergänzt. Der damit verbundene Schriftverlust ist irrelevant. Die Sterbedaten von zwei auf der Grabplatte genannten Söhnen (Christian Friedrich, Adam Adolf) sind nach deren Ableben nicht nachgetragen worden.
Gestaltung:
Das querrechteckige Grabmal schließt nach oben mit einem Gesims ab, auf dem sich eine aus Akanthusblattwerk gestaltete Bekrönung befindet, in deren Mitte zwei Putten zu sehen sind, die das Wappen derer von Jeetze (Adlerklaue im Schild, drei zusammengestellte Fahnen auf dem Helm) halten. Die Unter-Ecken sind mit Rosen dekoriert. Das Grabmal trägt eine vertiefte Inschrift, die durch verschlungene, gekerbte Linien in Abschnitte unterteilt wird. Eine Akanthusblatt-Girlande, begleitet von zwei erhabenen Rahmen betont die Ränder an den linken, unteren und rechten Seiten.
Inschrift
oben:
Diesen Grabstein hat zum Andenken alhier vor Seinen Gewölbe setzen lassen Anno 1709
Der Wolgebohrne Herr Christian Otto von Jeetze Erb„Gerichts Herr und Patron auff Jeetze, Beüste
Poritz, Smoor, und Dölnitz, ist gebohren A. 1655. d. 10. Novemb. gestorben A. 1716 d. 16 Jan:
· Deßen Eheliebste die Wolgebohrne Fraw Anna Maria von Gähren aus dem Hause Niedergähren
Ist gebohren A. 1657. gestorben A. 1721 d. 5 Febr:
Diese haben beyde in Ihrem Ehestande gezeuget Sechs Söhne:
1 Samuel Christoff. ist gebohren A. 1677 d. 21 Febr. Ist der älteste Leutenant bey des Marggraff Philippen Regiment
zu Fuß gewesen gestorben in Italien in harten Treffen bey Calcinato. A. 1706.
2 Christian Friderich. ist gebohren A. 1679. d. 15. Jun. [Sterbedatum nicht nachgetragen]
3 Adam Adolff. ist gebohren A. 1682. d. 21. Febr. [Sterbedatum nicht nachgetragen]
4 Curdt Gottfried. ist gebohren A. 1684. d. 15. Oct. Nachdem Er von Jugend auff studiret, und auff der Universität zu
Halle gewesen, hat Ihn Ihre Hoheit der Cron Printz zum Fenderich bey dero Regiment zu Fuß gesetzet, ist A. 1709
d. 11. Sept. in dem blutigen Treffen bey Longueville in der rechten Schulter geschossen, davon Er d. 18. Sept. gestorben und begraben
5 Hans Jürgen. ist gebohren A. 1686. D. 26. Decemb. (wa)r Sergiante unter Marggraff Philippi Regiment ist A. 1705
d. 3. Sept. an der rohten Ruhr gestorben auch in Italie(n)
6 Johann Heinrich, ist gebohren A. 1689. d. 14. Sept. gestorben Anno 1732 d. 24. Nov.
HODIE MIHI. CRAS TIBI BREVI MORIERIS. MEMENTO MORI. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Philp. 1. 21
unten links:
DES H. BESTES Denckmaal
Seelig sind die Todten, die in dem Herrn sterben
von nun an. Ja der Geist spricht, daß sie ruhen von
ihrer Arbeit, denn ihre Werck folgen ihnen nach. Apoc. XIV. 13.
Komt her zu dieser Seelen Freud,
Komz bald ihr meine lieben.
Hie ist die rechte Seeligkeit.
Hier ist gantz kein betrüben.
Was ist es dass ihr weinet so
Und ich doch bin von Hertzen froh!
unten rechts:
Jesus Trost
Ich bin die Aufferstehung und das Leben
wer an mich glaubet der wird leben, ob er
gleich stürbe, und wer da lebet, und
glaubet an mich der wird nimmer
mehr sterben Joh. XI. 25. 26.
Nun gute Nacht ich gehe fort
An meinen Theil der Erden.
Und ruhe biß die Himmels Pfort
mir wird eröffnet werden,
Da werden wir wenn wir nun stehn
Vor Gottes Trohn uns wiedersehn.
Anmerkungen:
Eine Beschreibung des Grabmals und dessen ursprünglichen Standortes erfolgte bei Hildebrand: „Die Grabsteine und Epitaphien adliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark“, Gardelegen 1868, S. 44f: „Pfarrkirche zu Jeetze. 1. Auf dem Kirchhofe, am Gewölbe links von der Apsis des Gotteshauses, ist eine große aus zwei Platten zusammengesetzte Steintafel aufgerichtet, welche nachstehende Inschrift trägt: (…).“
An der Außenseite der Südwand des Chores ist der ehemalige Standort des Grabmales am vermauerten Zugang zur Familiengruft noch deutlich erkennbar. Der gewölbte Zugang ist deckungsgleich zu der Öffnung in der Grabplatte. Wann nach 1868 die Umsetzung an den heutigen Standort, bei der vermutlich die Plattenteile zerbrochen sind, erfolgte, ist nicht recherchiert worden.
Zu den verstorbenen Personen konnten aus dem Kirchenbuch von Jeetze und bei August Walter „Genealogische Geschichte des Geschlechts von Jeetze“, E. Baensch Magdeburg 1860, folgende Informationen zusammengetragen werden:
1) Zum Ableben des Christian Otto von Jeetze wurde 1716 im Kirchenbuch dokumentiert: „+ den 16 Januarii in der Nacht ist der Tit: Hl: Christian Otto v. Jeetz plötzlich und unvermuthet, nachdem er in vorigen Jahre vom Schlage gerühret worden, gestorben, und d 22. Darauff des Abends beygesetzet worden. Es wurde eine Parentation im Hauße, und eine Sermon in der Kirchen gehalten.“ Die Taufe Christian Ottos, Sohn des Samuel Gabriel von Jeetze und dessen Ehefrau Hippolyta von Bertkows, fand am 21. November 1655 in Jeetze statt. Namensgebender Pater war der Großvater Christian Otto von Voß."
Lebenslauf bei Walter auf S. 91f: „218. Christian Otto, Bruder der Vorherigen. Zu Jeetze 10. November 1655 geboren, kauft er 21. August 1678 schon einen Ackerhof in Döllnitz für 140 Thlr. und erhält außerdem 1680 den Schulzenhof von seinem Vater cediert, wo er bis 1691 wohnte. Am 17. Februar 1691 erloost er aus seines Vaters Nachlasse ebenfalls auf 1186 Thlr. veranschlagte Prästationen in Jeetze, außerdem aber den Rittersitz daselbst mit allen Gebäuden, Gärten u. s. w. Dagegen verkauft er noch in demselben Jahre den Schulzenhof in Döllnitz an seinen Untertanen Joachim Henne. 1694 und 1698 mit seinem Bruder genannt empfängt er 2 März 1700 das Reluitionsrecht auf das „große Gut“ in Jeetze, das Dietrich Daniel (168) eingelöst hat und macht dasselbe gegen dessen Bruder Esaias geltend, so daß dieser damit nicht belehnt werden kann., und ihm deßhalb dies seit der Zeit seines Urgroßvaters Daniel (85) der Familie entfremdete Gut für 4500 Thlr. zurück verkauft. Christian Otto vereinigt somit den ursprünglichen Besitz in Jeetze fast ganz in seiner Hand. Such erbittet er für den Fall, daß die Nebenlinie in Jeetze aussterben würde, 29. Juni 1705 den Anfall von deren Gut in Büste, worüber er schon 1702 mit seinem Bruder die Mitbelehnung erhalten hatte und erhält die Zusicherung darauf unter der Bedingung, daß er eintretenden Falles dafür 500 Thaler an das Berliner Waisenhaus zahlen wolle. Am 3. November 1706 mit Büste, Grassau u. s. w. zur gesammten Hand belehnt, wird er nach Daniel Christophs (198) am 2. Mai 1709 erfolgten Tode am 28. Juni d. J. in den Besitz des obigen Gütchens zu Büste gesetzt. Außerdem verpfändet er 18. Dezember 1705 neun Thlr. Dienstgeld und 16 Sch. Pächte nebst einer kleinen Landfuhre in Pretzier an Helene und Anna Geschwister v. d. Schulenburg zu Apenburg für 314 Thlr. auf 12 Jahre. Er starb zu Jeetze 16. Januar 1716 an Schlagfluß, seine Wittwe Anna Maria v. Görne aus dem hause Niedergöhren (geb. 1657, vermählt 1675 T. Christophs v. Görne und der Ursula Dorothea v. Retzdorff) ebenda 5. Februar 1721. Sein Nachlaß ward auf 8432 Thlr. 9 gr. 6 Pf. Abgeschätzt, während der seines Vaters kaum auf 3000 Thlr. berechnet werden konnte: ein Beweis des gewachsenen Wohlstandes.“
2) Zu Anna Maria von Jeetze steht im Kirchenbuch zu lesen: „Anno 1721 + den 5ten Februarii ist die Frau Anna Maria v. Jeetzen, gebohrne von Göhren, des Seel. Hl. Christian Otto von Jeetzen hinterlaßenen Frau Wittwe im Herrn entschlaffen, und den 10den ejusd. des abends in das Adel. Gewölbe gebracht worden, dabey eine Parentation gehalten worden.“
3) Zum Sterbefall des Samuel Christoph von Jeetze erfolgte kein Kirchenbucheintrag.
Lebenslauf bei Walter, S. 107: „(219) Samuel Christoph, Sohn Christian Otto’s. (182) Am 21. Februar 1677 zu Jeetze geboren, ist als der älteste Lieutenant im Regiment Markgraf Friedrich Wilhelm 1706 bei Calcinato in Italien gefallen. (…) 1708 berichtet sein Vater in den Lehnsakten, daß seine fünf ältesten Söhne im Militär dienten, zwei derselben aber bei Höchstädt, 13. August 1704, „zu Nichte“ geschossen worden. Wahrscheinlich war Samuel Christoph der eine von denselben.“
4) Zu Christian Friedrich von Jeetze existiert im Kirchenbuch ebenfalls kein Sterbeeintrag.
Lebenslauf bei Walter, S. 107f: „220. Christian Friedrich, Bruder des Vorigen. Am 15. Januar 1679 in Döllnitz geboren, stand er Lieutenant zuerst in Preußischen, dann in churpfälzischen Diensten und lebte mit seinem Vater in sehr traurigen Zwiespalt, der sich noch mehrte, als er sich gegen dessen Willen 19. Juli 1712 mit der Wittwe Daniel Christophs (198) Anna Sophie v. Meseberg verheirathete. Er erbte nach seines Vaters Tode 1716 das Stammgut zu Jeetze und einen Hof in Döllnitz, zusammen auf 2811 Thlr. geschätzt. Laut Receß vom 14. Juni 1732 darf er 500 Thlr. Abfindungsgelder seiner Stieftochter Maria Hedwig (242) gegen 5 % Zinsen an sich behalten. Am 10. März 1736 klagt der Oberst Joachim Christoph (185) gegen ihn auf Zurückgabe einzelner Pächte, die angeblich aus der Georgschen Verpfändung noch stammen sollten (63), wogegen er aber nachweist, daß er dieselebn schon von seinen Vorältern überkommen habe, worauf Joachim Christoph freiwillig nachgab. Dagegen verlor er mit seinen Brüdern Adam Adolph und Johann Heinrich einen Proceß gegen Adam Friedrich (212) wegen des halben Reluitionsrechts auf das von seinem Vater zurückgekauft Gut in Jeetze, und müssen sie jenem im Vergleich 1500 Thlr. auszahlen. Nach langem Leiden starb Christian Friedrich’s Gemahlin 27. Mai 1731. Er vermählte sich darauf mit Susanna Elisabeth v. Rossow und starb, ebenfalls nach lange Leiden, 4. Januar 1737. Seine Wttwe heirathete darnach den Kammerherrn de la Chevallerie.“
5) Kein Kirchenbucheintrag zu Adam Adolf von Jeetze im Sterberegister.
Lebenslauf bei Walter, S. 108f: „221. Adam Adolph, Bruder der Vorigen. Am 21. Februar 1682 in Döllnitz geboren, tritt er 1700 in Militärdienste, wird 28. März 1710 Premierlieutenant beim Infanterie=Regiment v. Löben und ist 1. September 1716 Capitain. Er erhält nach seines Vaters Tode 1716 das ebenfalls auf 2811 Thlr. abgeschätzte Gut zu Büste, das sein Vater aus Daniel Christophs Erbschaft an sich gebracht, nebst einen Antheil in Schmoor. Am 23. April 1716 heirathete er die Wittwe des Esaias v. J. (171), Hyppolyta Elisabeth v. Blücher, (s. 162) und erhält vom Könige Friedrich Wilhelm, in dessen Regiment er früher gedient, die Belehnung mit noch einem kleinen von Esaias in Büste erkauften Besitzthum, hat jedoch darüber bis 1738 mit dem Oberst Erdmann Christoph (173) und dessen Erben einen Prozeß zu führen. Er war 1723 Capitain beim Rgmt. v. Schwerin in Treuenbrietzen, nahm 1725 den Abschied und zog nun nach Büste, wo er 1739 das Gut ganz neu aufgebauet hat. Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin, die kinderlos 9. Januar 1731 starb, heitrathete er Anna Friederike Sophie v. Schenck aus dem Hause Lemsel, (geb. 1686, gestorben 16. November 1758), von der er aber auch keine Kinder erhielt. Adam Adolph verkaufte zuletzt noch das eine Gut in Büste an den Generalieutenant Adam Friedrich (212) auf Poritz und starb zu Büste 18. Oktober 1743."
6) Sterbeeintrag im Kirchenbuch zu Conrad Gottfried von Jeetze aus dem Jahr 1709: „den 11. Sept. ist der wolgeb. Herr Curt Gottfried von Jeetze in der großen Schlacht unweit Mons gefahrlich blaßiret in der R. Schulter da die Kugel bestecken geblieben v. gesuncken in den fahlen laib, daran Er am 18. 7br. Seinen geist auffgegeben nach dem Er zuvor alles wol bestellet, v. sich im glauben an Jesum Christum mit Reue v. leid s. Sünden dem him̅lischen Vater ergeben, ist hernach fein beerdiget.“
Lebenslauf bei Walter, S. 109: „222. Curt Gottfried, Bruder der Vorigen. Am 15. Oktober 1684 in Döllnitz geboren, studirte er 1704 auf der Universität Halle, wurde dann aber Fähnrich im Regiment Kronprinz v. Preußen. Schon am 18. November 1708 bei der Belagerung von Ryssel durch eine auffliegende Mine am linken Arm, Rücken und Brust gefährlich verwundet, erhielt er am 11. September 1709 bei Longueville einen Schuß in die rechte Schulter und starb, weil die Kugel sich nach innen gesenkt hatte, schon am 18. September d. J.“
7) Hans Jürgen von Jeetzes Sterbeeintrag im Kirchenbuch 1705: „+ d 3. 7br. Juncker Hans Jürgen v. Jeetze in Italien gestorben.“
Lebenslauf verfasst von Walter, S. 109: „223. Hans Georg, Bruder der Vorigen. Am 26. September 1686 in Döllnitz geboren war er Sergeant in Markgraf Philipp Wilhelms Regiment und starb 3. September 1705 an der rothen Ruhr in Italien.“
8) Zu Johann Heinrich von Jeetze findet sich 1732 folgender Eintrag im Sterberegister: „XIX.) den 24. 9bl ist der hochwolgebohrne Hl Hauptman̅ Johan = Heinrich von Jeetze gählings(?) an einem Schlagfluß vormittage 11. Uhr gestorben, und den 28. Ejusdem cum parentatione beerdiget worden, worauff ihm nach verfloßenen 10. Wochen am 1. Febr: erat Dom: Septuages: annoch zu laßen Ehren die Gedächtnüs – Predigtgehalten worden ex ψ. 25. v. 15. 16. 17. 18. Welchen Text er mit eigener Hand unterzeichnet.“
Lebenslauf abgedruckt bei Walter, S. 109: „224. Johann Heinrich, Bruder der Vorigen. Am 14. September 1689 in Döllnitz geboren, 1708 auf der Universität Halle, ist er 15. März 1712 Wachtmeister und schon vor dem 18. Oktober 1719 mit Sophie von Arnstedt vermählt Zuletzt war er Hauptmann in sächsisch=polnischen Diensten. Aus der väterlichen Erbschaft erhielt er 1716 das sogenannte Wassergut in Jeetze, das gleich den Erbtheilen seiner Brüder auf 2811 Thlr. abgeschätzt war, wohnte und starb dort 24. November 1732. Von seiner Gemahlin hatte er keine Kinder. Sie starb 68 Jahre alt im Jahre 1759.“
Die Taufen der genannten Söhne sind nicht im Kirchenbuch von Döllnitz (Überlieferung ab 1679) erfasst worden, fanden also andernorts statt.
Abmessungen:
Textfeld (H/B): 2,25 m × 2,90 m
Höhe Bekrönung: 0,58 m
Öffnung: 0,85 m × 0,85 m
Abstand zwischen linkem Plattenrand und rechtem Rand der Öffnung: 1,30 m
Lage:
Das Epitaph liegt auf einem aus Feldsteinen pultartige gemauerten Sockel an der Ostseite des Weges vom Kirchhofsportal zum zugemauerten Nordportal der Kirche.
Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2024