altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Anna Gartz

Chüden

Sterbedatum:
00.05.1576
Konfession:
evangelisch
Ort:
Salzwedel
Standort:
Marienkirche
GPS:
11.149012 - 52.849592

Beschreibung:
Zustand:
Die Oberfläche besitzt großflächige Verfärbungen und Unebenheiten, die teilweise mit Mörtel ausgeglichen wurden. Zum Zeitpunkt der Begutachtung war die Platte am linken Rand mit einer aus Tonziegeln aufgestapelten sogenannten Klagemauer überdeckt.

Dekor:
Die Grabplatte besitzt eine gekerbte Inschrift im oberen Drittel. Das darunter stehende große Wappen der Familie Chüden (vertikal geteilter Schild mit einem Schrägbalken, darüber drei Pfauenfedern, ein Pfau mit ausgebreitetem Schwanz ziert den Helm) dominiert das Grabmal.

Inschrift:
AN….
DIE ERBARE TVGENTSAME
ANNA CHÜDENS HOIER GART…
EHELICHE HAVSFRAW IN GOTT
SEELICH ENTSCHLAFFEN
GNADE DER SEELEN

Anmerkung:
Hoyer Gartze (1507 - 12.4.1570) war Gutsbesitzer, Ratsherr und Kämmerer in der Altstadt Salzwedel, später lebte er auch in Schlesien. Er verheiratete sich 1532 mit Anna Chüden, die eine Tochter des Kaufmannes und Ratsherrn Erasmus Chüden und dessen Ehefrau Barbara Bartels war. Aus dieser Ehe ging unter anderem die Tochter Ursula Gartz (1554 – 1613) hervor, die später die Ehe mit dem Arendseer Amtmann Balthasar Striepe dÄ einging. (Vgl. auch: Chüden, von | Genealogie Becker gebe.paperstyle.de/familienstamme/c/chuden-von/).
Enders „Die Altmark“ S. 1003: „Reiche Lehnbürger- waren oft auch Ratsfamilien. Erinnert sein an die Kolck und Schönbeck in Stendal, Brewitz, Chüden und Gartz in Salzwedel, die zugleich Gewandschneider und Kaufleute waren. Sie hatten z. T. jahrhundertelang Lehnbesitz und feudale Herrschaftsrechte inne. Daß sie auch untereinander versippt und verschwägert waren, versteht sich fast von selbst. … 1532 [heirateten] … Hoyer Gartz und Anna Chüden, … Die Mitgift der Bräute war gut und vnstrafflich; die angehenden Ehemänner brachten außer ihrem Vermögen jeweils ihres Vaters Wohnhaus und andere Liegenschaften ein.“
Im Sterberegister der Marienkirche wurde 1576 dokumentiert: „Heuger Garzen hinderlassene wittwe ist begraben den 4 May“.

Lage:
Die Grabplatte liegt in der westlichen Seitenkapelle des nördlichen Seitenschiffes. Ihr oberes Ende weist nach Norden.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2017